Allgemein
Mit Erasmus + zur EUROPAWEE 26 in Luxemburg
- von C. Schumacher
Die Reise - Die Erlebnisse
Dienstag – 05.05.2026 (Paul Wolski)
Auf nach Luxemburg zur trinationalen Jugendbegegnung EUROPAWEE(Europaweg).
Am 5. Mai trafen wir uns um 7:50 Uhr am Hauptbahnhof Halle und fuhren um 8:18 Uhr mit dem Zug ab. Nach einer langen Reise kamen wir um 16:42 Uhr in Clairevaux an und fuhren anschließend nach Weicherdange. Dort wurden wir freundlich empfangen und aßen gemeinsam mit luxemburgischen Teilnehmern zu Abend. Später lernten wir die polnischen und luxemburgischen Teilnehmer besser kennen und ließen den Tag entspannt im Chalet ausklingen.
Mittwoch – 06.05.2026 (Adrian Waurick)
Nach unserer langen Zugreise am Vortag konnten wir nun am Mittwoch ganz in Ruhe die luxemburgischen und polnischen Jugendlichen kennenlernen.
Dazu waren vom luxemburgischen Team verschiedene Spiele vorbereitet worden. Zuerst wurde mit einem Bingo gestartet. Das Ziel war es, für jede Beschreibung auf dem Bingo-Feld eine entsprechende Person zu finden, sodass man keine Person doppelt hat und alle Felder mit Namen versehen waren. Danach spielten wir ein Spiel namens Snowball. Hier wurden uns drei Fragen gegeben, deren Antworten wir auf ein Blatt schrieben und es zerknüllten. Die Blätter wurden dann alle in die Mitte geworfen, sodass keiner wusste, von wem welches Blatt war. Als alle Blätter in der Mitte lagen, sollte man sich eins aussuchen. Und dann begann das Rätseln. Wir mussten anhand der Antworten herausfinden, von wem die Blätter stammen.
Nachdem wir uns einigermaßen kennengelernt hatten, fanden wir uns in Gruppen zusammen und erstellten Fragen für unseren nächsten Tag im EU-Parlament. Anschließend haben wir ein Kahoot zu dem Thema Europa gespielt, welches wir in denselben Gruppen beantworteten.
Nach den Kennlern-Spielen mussten wir uns erst einmal stärken. Zum Mittag gab es dann ein typisch luxemburgisches Gericht namens Bouchées à la reine (Königinnen-Pastete).
Am Nachmittag ging es für uns mit dem Bus nach Cinqfontaines. Dort befand sich eine Unterkunft für jüdische Senioren, der sie zugewiesen wurden, bevor sie von den Nazis in ein Konzentrationslager gebracht wurden. Nach einer Besichtigung und Führung durch diese Residenz hatten wir einen Workshop, in dem wir uns mit dem Schicksal einzelner Personen, die dort untergebracht waren, beschäftigten. Im zweiten Workshop setzen wir uns mit dem Thema Idendity – Human Rights auseinander. Spät abends fuhren wir zum Chalet nach Weicherdange, wo wir den Abend wieder gemeinsam verbrachten, erzählten und Spiele spielten.
Das war unser erster richtiger Tag in Luxemburg, an dem wir schon viel lernen und erfahren konnten.
Donnerstag – 07.05.2026 (Lydia Wimmer und Leonore Gaigals)
Am Donnerstag begann unser Tag schon sehr früh mit dem gemeinsamen Frühstück. Das Essen war sehr lecker und wir konnten gestärkt in den Tag starten. Danach sind wir mit dem Bus nach Luxembourg-Ville (Hauptstadt von Luxemburg) gefahren. Dort besuchten wir am Vormittag den Verwaltungssitz Luxembourg des Europäischen Parlamentes und das Europa Experience. Besonders interessant war eine Fragerunde mit einer luxemburgischen Abgeordneten, die uns viel über die Arbeit der Europäischen Union erzählt hat und wonach wir einen spannenden 360° Film geschaut haben. Anschließend durften wir uns die Ausstellung (Multimediastationen, Virtual Reality Station) genauer anschauen, welche sehr faszinierend war.
Mittags haben wir gemeinsam im Mudam Museum of Modern Art gegessen. Danach hatten wir Free Time in Luxembourg-Ville. Viele von uns nutzten die Zeit, um die Stadt zu erkunden und Souvenirs zu kaufen. Luxembourg hat uns mit seiner schönen Atmosphäre beeindruckt.
Am Abend trafen wir uns an der ältesten Kirche Église Saint-Michel wieder und besuchten noch die berühmten Katakomben beziehungsweise Kasematten von Luxembourg. Das ist ein zu Verteidigungszwecken in Felsen gehauenes komplexes Tunnelsystem unter der Festung Luxembourg. Der Rundgang durch die Gänge war aufregend, weil man sich leicht verlaufen konnte. Die Kasematten gehören zum Welterbe der UNESCO. Nach einem abschließenden Spaziergang zum Abgeordnetenhaus und dem Großherzoglichen Palast nutzen wir den kostenlosen (!) ÖPNV und fuhren mit der Straßenbahn zum Busparkplatz. Insgesamt war es ein abwechslungsreicher und schöner Tag mit vielen neuen Eindrücken, der mit Karaoke zu Ende ging.
Freitag – 08.05.2026 (Jonas Behrendt)
„Eier, brauchen Eier.“- Dieses Zitat sollte uns heute begleiten. Im Gegensatz zu Oliver Kahn aber, der nicht genug davon für einen Sieg gegen Schalke hatte, fehlten uns 53 Eier für vier Dutzend Portionen Kaiserschmarrn.
Der Tag an sich fing jedoch unproblematisch an. Sowohl die polnische als auch die deutsche Gruppe hatten im Vorfeld Workshops vorbereitet, welche es nun vorzustellen galt. Die deutschen Schüler präsentierten mit ihren Hawaiiketten jedoch keinen Tanzkurs, sondern Rollenspiele und Diskussionsgruppen über Themen wie Gleichberechtigung, Demokratie und EU. Die polnische Gruppe brachte einen Vortrag über Polens Geschichte und Kultur sowie traditionelle Schokolade mit. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch keiner, dass wir das polnische Lied „Jak nie my to kto“, welches sie uns beibrachten, öfter singen würden als die deutsche Nationalhymne zur letzten Fußball-EM.
Nach dem Mittagessen unterteilten sich alle in zwei Gruppen. Die eine bastelte Deko für die kommende Neon-Europaparty und die andere bereitete das für den Abend angesetzte traditionelle Dinner vor. Während manche also fleißig bastelten, kam bei unseren Köchen ein Problem auf: Uns fehlten Eier… und zwar 53. Um die Zeit, in der wir auf den Eiermann warteten, nicht komplett zu verschwenden, entschieden wir uns, Stille Post mit der polnischen Gruppe zu spielen. Nachdem diese uns aber das polnische Wort „konstantynopolitańczykowianeczka“ gaben, beendeten wie ihre Karriere kurz und schmerzlos mit dem Wort Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz. 1:0 für Deutschland.
Als nach einer Stunde endlich der Eiermann kam, galt es die 53 Eiweiße per Hand zu schlagen – niemand hatte daran gedacht einen passenden Mixer mitzunehmen. Fünf Bizeps Workouts später war aber auch diese Aufgabe geschafft. Zum Abendessen gab es nun die fertigen Nationalspeisen der Luxemburger und Polen. Die luxemburgische Gruppe machte Kniddelen, also herzhafte kleine Mehlklöße mit Soße, während die Polen Piroggen, also kleine Teigtaschen mit Füllung zubereiteten. Für unsere Chefköche Nico, Paul und Emil blieb jedoch nicht viel Zeit zum Probieren, denn diese mussten in der Küche fünf Liter Teig zu Kaiserschmarrn braten. Das Essen hat allen sehr gut geschmeckt und ein paar Mal wurden sogar Rezepte ausgetauscht.
Den Abend ließen wir schließlich entspannt am Lagerfeuer ausklingen, wo Henryk der Lehrer der polnischen Gruppe mit seiner Gitarre ein kleines Konzert zum Mitsingen gegeben hat.
Sonnabend – 09.05.206 (NICO Thummernicht)
Für uns begann der Tag ruhiger, denn nach dem Frühstück machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur Sternenwanderung Richtung Europadenkmal, besser gesagt zu dem Three-Border Point (Dreiländereck). Dort treffen über dem Fluss Our, die Deutsch-Luxemburgische-Belgische Grenze aufeinander. Dabei konnten wir nicht nur die Landschaft genießen, sondern auch die Gelegenheit nutzen, uns mit den polnischen und luxemburgischen Jugendlichen besser auszutauschen.
Der Bus holte uns gegen um 10 Uhr am Chalet (Weicherdange) ab und brachte uns nach Lieler. Von dort aus wanderten wir in 2 Stunden 6,8km zu dem Grenzpunkt. Geländetechnisch ging es viel bergab (2km Gesamtabstieg zu 800m Anstieg), dadurch war es eine doch recht einfache Strecke durch Wälder und Kuhweiden. Das Wetter war maximal auf unserer Seite und brachte sonnige 20°C mit wenig Wolken.
Fun Fact, den wir lernten: Luxemburg hat 670.000 Einwohner und ca. 200.000 Kühe.
Dort angekommen gegen 12:45 Uhr, gingen wir über die Brücke, auf deren Mitte sich der Grenzpunkt über dem Fluss befand. Mehrere Schülerinnen sind dann auch mit hoch gekrempelter Hose, durch den Fluss zurückgelaufen, wobei eine der luxemburgischen kurz vor Erreichen des Ufers im Wasser ausgerutscht ist, und kurzerhand baden war. Danach gab es dann mit sehr langer Wartezeit, endlich was zu essen.
Nach Verdauungszeit in der warmen Sonne, stand die 2. Runde an. Von dort eine 2 Stunden Wanderung von Deutschland über Belgien zurück zum Startpunkt in Luxemburg. Begleitet wurden wir von einem fachkundigen Tourguide, der immer wieder was zur Geschichte, Natur und z.B. einer Kirche erklärte. Für manche war jedoch der vorletzte Spieltag der 1.-3. Bundesliga teils wichtiger.
16:15 Uhr sammelte uns der Bus am Denkmal wieder ein und brachte uns zurück zum Chalet, wo wir 1,5 Stunden Zeit hatten uns auf die Neon-Europaparty am Abend in Wiltz vorzubereiten. Nach dem Abendessen dort (Chili con y sin carne) gab es im anliegenden Wiltzer-Garten eine große Runde Verstecken, an der sehr viele von uns teilnahmen. Es wurde viel getanzt und sich bei Tanzspielchen amüsiert. Mit Hilfe eines Glücks-Drehrades konnte man z.B. in kleinen Challenges (Liegestütze, Tanz-Battles) gegeneinander antreten. Um 1 Uhr in der Nacht holte uns der Bus wieder ab.
Wer an diesem Tag nicht auf seine 20.000 Schritte kam, hat irgendwas verpasst.
Sonntag – 10.05.2026 (Fynn Kreißl)
Am Sonntag konnten wir alle trotz der bis spät in die Nacht andauernden Europaparty pünktlich zum Frühstück aufstehen, denn wir hatten noch weitere Aktivitäten geplant.
Zuerst haben wir nach dem gemeinsamen Frühstück die Woche ausgewertet. Danach sind wir zur Europatagsfeier nach Wiltz gefahren. Dort haben zuerst der Grand-Duc de Luxembourg, der Großherzog (luxemburgisches Staatsoberhaupt), und einzelne Europa- und Regierungsvertreter Reden gehalten. In diesen Reden ging es vor allem um die Bedeutung der EU und die Gemeinsamkeiten trotz der Vielfalt in Europa. Danach konnten wir weiter in Wiltz den Europatag feiern. Auf der Veranstaltung gab es viele Möglichkeiten, sehr interessante Dinge über Europa, die EU und ihre Mitgliedsstaaten zu erfahren. Dabei konnten wir Quizze machen, an Glücksrädern drehen und andere lustige Spiele spielen. Oft konnte man auch Kleinigkeiten, wie zum Beispiel Stoffbeutel oder Europa-Flaggen, gewinnen.
Als wir nach unserer Free Time auf der Europatagsfeier wieder zusammenkamen, hatten alle gefüllten Taschen und Beutel. Leider mussten wir uns nach der Feier schon von den Luxemburgern verabschieden. Der Abschied fiel uns allen nach der gemeinsamen Woche schwer. Am Abend haben wir eine riesige Runde Werwolf, den Runa und Melina auf Englisch moderierten, gespielt und bei einem anschließenden Filmabend ausklingen lassen.
Montag – 11.05.2026 (Emil Filke)
Am letzten Morgen unserer Erasmusfahrt nach Luxemburg klingelte um 8 Uhr der Wecker. Nach dem Frühstück ging es zurück auf die Zimmer, denn vor der Abreise mussten noch die Betten abgezogen, die Koffer gepackt und alles ordentlich aufgeräumt werden. Dann verabschiedeten wir uns von den polnischen Jugendlichen und den luxemburgischen Begleitern.
Gegen 9 Uhr liefen wir gemeinsam mit unserem Gepäck zum Bus. Von dort aus begann die Heimreise mit mehreren Zwischenstopps. In Clervaux warteten wir im Regen auf unseren Zug, bevor es weiter nach Liège (Belgien) ging. Dort nutzten viele die Zeit, um noch einmal im Supermarkt etwas zu kaufen und am Bahnhof zu entspannen.
Auch in Frankfurt hatten wir noch etwas Aufenthalt und stärkten uns bei McDonalds, bevor der letzte Zug Richtung Halle fuhr. Glücklicherweise verlief die gesamte Rückreise ohne Verspätungen und alles lief erstaunlich reibungslos. Am Abend kamen wir schließlich wieder in Halle an, wo wir uns voneinander verabschiedeten. Damit endete eine ereignisreiche Woche voller neuer Erfahrungen, lustiger Momente und vieler Erinnerungen an unsere Erasmusfahrt nach Luxemburg.
Vielen Dank an das Team vom EJBM in Magdeburg, das die Planung und Durchführung dieser Jugendbegegnung auf deutscher Seite koordinierte.
www.ejbm.de






































